Jakobus Stadtkirche - Reparatur der Dachkonstruktion 

 

Eine erste komplexe Schadensaufnahme erbrachte neben Schäden an der

Lattung, den Balken und der Ziegeldeckung auch Probleme bei den Zugverbindungen unter dem Tonnengewölbe. Darüberhinaus sind die Aufliegepunkte des Dachgebälks sehr stark beschädigt.

 

Selbstverständlich nehmen wir als Kirche diesen ureigensten und baukulturellen Auftrag wahr; gute tragbare finanzielle Entscheidungen sind zu treffen. Freundlich bitten wir in diesem Punkt um etwas Geduld, auch wenn Isabella - die Kirchenmaus - uns ganz schön einheizt!

  

Wir rechnen mit Gesamtkosten in Höhe von 300.000 Euro.

 

Ihre Ansprechpartnerin:

  

Evang. Kirchenpflege Brackenheim
Hausener Str. 2/1
74336 Brackenheim
Ursula Hettinger                                          
Tel. 07135/9861-22                                     
E-Mail: Ursula.Hettinger@diakoniestation-brackenheim.de

  

Bankverbindungen:
Volksbank Brackenheim-Güglingen , BLZ: 620 914 00, Konto-Nr. 30 517 001  

Kreissparkasse Heilbronn, BLZ 620 500 00, Konto-Nr. 57 81 173

  

 

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Gottesdienst Jakobuskirche Brackenheim am So, 10. Juli 2011 (3. So.n.Trin.) um 9.30 Uhr mit Talentebörse „Mit meinen Pfunden wuchern“ -   Mt 25,14-21
(Predigt: Dekan Jürgen Höss) 

  

Liebe Gemeinde!

 

Wenn Gott am Wirken ist, können erstaunliche Dinge geschehen. Menschen werden einfallsreich und lassen ihre Phantasie spielen. Sie wagen sich plötzlich an Aufgaben, die sie sich vorher gar nicht zugetraut haben. Der Mann mit den fünf Zentnern Silber bekommt ein großzügiges Startkapital in die Hand und gründet damit seine eigene Firma. Er findet Freude am Engagement, er riskiert etwas und bringt Einsatz für sein Geschäft. Er überwindet alle Bedenken und wächst an seiner Aufgabe. Neue Begabungen brechen auf, die er umsetzen kann. Schwung und Begeisterung kommen in sein Leben – durch die anvertrauten Pfunde seines Herrn, unseres Gottes. Freudig bewegt nimmt sein Leben Fahrt auf, darf unser Leben Fahrt aufnehmen. Bewegung, ausgelöst durch die Talente, die Gott uns gibt, ausgelöst von den anvertrauten Pfunden.

 

          Menschen fassen Zutrauen zu ihren Fähigkeiten und zu sich selbst und setzen sich ein für eine Sache und für andere Menschen. Sie entfalten ihre Gaben und Kenntnisse. Der Mann mit den zwei Talenten Silber beschließt, das zu machen, was er auf jeden Fall kann: Musik. Seine künstlerische Ader wird für ihn zur Grundlage einer neuen Existenz: „Heute manage ich eine Musikgruppe und freue mich jeden Tag an dem, was mir durch deine Hilfe gelungen ist.“ Die anvertrauten Talente haben ihn herausgefordert und auf neue Wege gebracht.

                                                                                        

Die Pfunde zum Wuchern setzen etwas in ihm frei, was bis dahin geschlummert hat. Und nun hat er mit den gegebenen Talenten genug zu tun und verdoppelt das Anvertraute, voller Freude und Zufriedenheit. Er bestätigt damit:

 

(1) Wenn Gott wirkt, geschehen erstaunliche Dinge.

          Wir sehen davon auch Spuren in unseren eigenen Bereich: Kinder und Erwachsene finden sich zusammen in der Kinderkantorei und nehmen viele Proben auf sich, um uns heute ein Musical vorzuspielen, zugunsten unserer Stadtkirche. Junge und Ältere melden sich als „Rennmäuse“ oder als Lauf-paten für den Theodor-Heuss-Lauf und geben den Laufgewinn für die Dachsanierung der Jakobuskirche. Und wenn wir heute an den Kirchentüren die Zehn-Euro-Talente verteilen, beginnt die große Talentebörse für unsere Kirche. Dann wird vielleicht Brot gebacken oder musiziert, kreativ gewerkelt und gearbeitet, Marmelade gekocht und verkauft, ein freiwilliger Autowasch-dienst angeboten oder Grillabende für die Nachbarschaft orga-nisiert – und das alles für unsere Jakobus-Stadtkirche und ihre Sanierung. Auf solche und andere Weise wird mit anvertrauten Pfunden gewuchert für eine gute Sache und die dringend nötige Baumaßnahme. Ich bin gespannt, welche Ideen aufblitzen, welche schlummernden Gaben geweckt und welche Aktionen durchgeführt werden. Wenn Gott wirkt, können erstaunliche Dinge geschehen. Und Gott hat gewiss für Jede und Jeden ein passendes Pfund bereit zum Wuchern.

                                                                                       

Damit fängt ja die Geschichte an, die Jesus als Gleichnis erzählt: der Herr hat für alle drei Diener etwas zu verteilen, je nach ihren Fähigkeiten. Keiner steht mit leeren Händen da. Alle bekommen Anteil am Vermögen ihres Herrn. Jeder bekommt aus der Fülle des Herrn so viel in die Hände gelegt, dass er mit seinen Pfunden wuchern kann. Mit dieser Geschichte malt uns Jesus den gütigen Gott vor Augen, der austeilt aus seiner Fülle. Und der Jeder und Jedem das große Vertrauen entgegen bringt, dass wir dann mit den anvertrauten Talenten unser Leben und unseren Glauben gestalten. In aller Verschiedenheit der Gaben und Fähigkeiten, aber doch in Einem gleich: beschenkt sind wir alle. Alle sind wir Empfangende, die weiter geben können und sollen. Alle leben wir aus der Fülle und Güte des Herrn, unseres Gottes – in Glaube, Hoffnung und Liebe. ER ist die Quelle des Lebens. Und wir dürfen weiter leiten, was ER austeilt. Damit ist gesagt:

 

 

 

(2) Wenn Gott wirkt, fließt die Quelle.

 

          Ob mit fünf, mit zwei oder mit einem Pfund beauftragt – jedem der drei Diener öffnen sich Möglichkeiten von Gott her. Jesus verschweigt in seinem Gleichnis aber auch die Angst des einen Dieners nicht: die Angst vor dem Versagen. Im Grunde hat er Angst davor, sich auf Gottes Güte einzulassen. Der dritte Diener möchte auf Nummer Sicher gehen. Wenn er den Zentner Silber von vornherein abgelehnt hätte, wäre das Ergebnis dasselbe gewesen: seine Rechnung geht Null zu Null auf. Am dritten Diener prallt die Fülle und Güte seines Herrn, unseres Gottes, ab.                                                                                         

 

Er möchte Sicherheit statt Vertrauen. Er geht seinen eigenen Weg und wagt nicht den Schritt des Glaubens. Er gibt seiner Angst nach und verweigert sich auf diese Weise dem Leben, das ihm Gott ermöglichen will.

 

          Und das Leben, das uns Gott ermöglichen will, ist Leben aus der Quelle, die Gott in Jesus Christus selber ist. Ein Leben mit anvertrauten Talenten, mit Pfunden zum Wuchern. Im Bild gesprochen dreht der dritte Diener den Hahn zu an der Leitung, durch die das Lebenswasser Gottes in und durch sein Leben fließen könnte. Wir empfinden wohl alle, wie arm das Leben des dritten Dieners daher kommt im Vergleich zu den anderen Beiden. Ist es nicht zu bedauern, dass er seine Möglichkeiten so brach liegen lässt? Reich beschenkt könnte er sein – und verkrampft sich in der Ablehnung. So geht von ihm auch keine Wirkung aus, die für irgendjemand hilfreich oder heilsam sein könnte. Und wir können gewiss sein, dass Gott mit solchen Wirkungen rechnet, wenn ER seine Talente austeilt. Gott will nicht für sich bleiben, darum ist ER in Jesus Christus Mensch geworden und an unsere Seite getreten. ER teilt in Jesus Christus die Fülle des Lebens aus in Glaube, Hoffnung und Liebe. Damit immer mehr Menschen Anschluss bekommen an die Quelle des Lebens. ER füllt uns die Hände und Herzen, ER weckt unsere Begabungen, damit wir uns öffnen und die Quelle fließen kann. Und zwischen den Zeilen hört man doch heraus, dass Gott uns Menschen voll im Blick hat.

 

        Als angewiesene Leute, die auf Güte und Liebe warten. Darauf warten, dass sie beachtet werden, Zuspruch und Anerkennung erfahren. Als Menschen, die einander brauchen, die sich gegen-seitig helfen können, füreinander da sind mit ihren Talenten. Wo wir Menschen einander brauchen, ist ja nicht nur Mangel, da ist auch Leben und kann Gemeinschaft sein. Da sind die Tage gefüllt, da spürt einer Gaben, die ihm gegeben sind, und die er sonst gar nicht bemerkt hätte. Denn sich selbst entdeckt man ja am besten durch den anderen.

 

          Wie ist das nun mit der Sorge, dass mein Talent zu gering, mein Pfund zu klein, meine Begabung zu bescheiden ist? Jesus erzählt hier nichts von spektakulären Taten oder vollmächtigen Ansprüchen. Das Gleichnis macht deutlich, dass jeder nach seinen Fähigkeiten anvertraut bekommt. Vielleicht kann ich nur so mit meinem Pfund wuchern wie das Mädchen im Krankhaus. „Sie brauchen keine Angst zu haben“, sagt sie zur Pfarrerin, als ein zweites Kind schwerkrank ins Zimmer geschoben wird. „Sie brauchen keine Angst zu haben, ich bin stabil“. Das Mädchen ist 13 Jahre alt, und sie weiß, was sie sagt. Vielleicht sind wir stabil für einen anderen, vielleicht sind wir gar nicht stabil. Und das kann auch eine Gabe sein, wenn Eine das zugibt, und den Arm um die andere legt und sagen kann: wir beide müssen gar nicht stabil sein, weil Gottes Hand uns hält.

 

          So ähnlich ist es einer Mesnerin passiert. Am Samstag lüftet sie die Kirche und macht die Wege sauber für den Sonntag.                                                                                         

 Eine Frau nähert sich. „Darf ich reingehen?“ Die Mesnerin weiß ungefähr, wo die Frau hingehört, wo sie wohnt. „Ja, gehen sie nur“. Mehr nicht. Es wird schon dämmrig, als die Mesnerin die Kirchentür abschließen möchte. Die Frau ist immer noch da. Sie sitzt vorne, direkt vor dem Altarkreuz. Die Mesnerin fragt: „Darf ich mich einen Moment zu ihnen setzen?“ Die Frau nickt. Sie betrachten den Altar mit dem Kreuz. Im Halbdunkel sitzen sie beieinander. Man sieht den Leib Jesu, sein geneigtes Haupt, die Wunden. Die Frau sagt: „Der da vorne weiß, wie es mir geht“. Dann schweigt sie wieder. Sie wendet sich zum Gehen und sagt dann zur Mesnerin: „Danke, dass sie mir zugehört haben“. – Zuhören und Schweigen. Auch das kann ein Pfund sein, mit dem wir in Gottes Auftrag wuchern können. Wer wollte darüber befinden, welches Pfund schwerer wiegt, welches mehr oder weniger wert ist? Kommt es nicht viel mehr darauf an, dass uns Gottes Güte und Erbarmen trifft und trägt? Und dass es durch unsere Hände geht, um andere zu treffen und zu tragen? Danach wird ER uns dann auch fragen am Ende.

 

  (3) Wo Gott wirkt, endet es in seiner Freude.

          „Nicht jammern, sondern Hand anlegen“, war die Devise von Friedrich Spittler, der in Schorndorf Kaufmann gelernt hat und dann zum Gründer der Basler Mission wurde. Auch eine sogenannte „Kinderrettungsanstalt“ hat er eingerichtet im Kloster Beuggen am Oberrhein, deren Leiter Christian Heinrich Zeller wurde. Sein Name ist in der DJHN Kleingartach bekannt.

 

       „Nicht jammern, sondern Hand anlegen“ – und mit den Pfunden wuchern. Oder anders gesagt: „Wirken, solange es Tag ist“. So heißt das Motto des einstigen Superintendenten Nonne in Hild-burghausen, auf dessen Spuren der Brackenheimer Pfarrkonvent in der vergangenen Woche gestoßen ist. Auf sein Wirken gehen wichtige Schulgründungen in Thüringen zurück. Wirken, solange es Tag ist - und die Talente einbringen. Auf diese Weise haben wir Anteil am Wirken unseres Herrn Jesus Christus in dieser seiner Welt. Und an der Herrlichkeit Gottes, die sich vollenden wird, wenn wir gesagt bekommen: „Komm zu meinem Fest und freu dich mit mir. Geh hinein zu deines Herrn Freude!“ Gott helfe uns in Jesu Namen, die Empfangenden zu sein und mit unseren Pfunden zu wuchern. Damit wir erfahren, was es heißt: leben mit Jesus Christus als dem Herrn und vollendet werden in der Freude bei Gott.

 

Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jakobus-Stadtkirche
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